Veränderung

Erkenntnis ist notwendig und ein guter erster Schritt. Mehr leider nicht, denn durch Erkenntnis allein erfahren wir keine tiefgreifende und dauerhafte Veränderung in unserem Leben. Die meisten Menschen wissen, was mit ihnen los ist und bleiben doch im Karussell sitzen. Manche glauben, wenn wir in starke Gefühle oder dramatische Erinnerungen gehen, müsste die Veränderung einsetzen. Das ist nur teilweise wahr, denn oft ist es nur eine Wiederholung dessen, was wir kennen, bereits erlebt und gefühlt haben - etwas Altes hochzuholen ist einfach, bringt aber nichts wirklich Neues. Allein der Versuch, alle Probleme lösen zu wollen und einzelne Symptome in den Griff zu bekommen, ist eher erschöpfend als heilsam. 

 

Veränderung gelingt, wenn wir uns mit unserem Körper wieder anfreunden. Wenn sich unser Verhalten, unser Denken und  Fühlen und unsere Wahrnehmung ausweiten, wir flexibler werden. Dies ist der weitaus schwierigere Teil, denn das Neue und zunächst Unbekannte muss in den Körper hinein übersetzt werden, es will gespürt werden und für wahr und richtig erkannt werden. Erst mit diesem Schritt können schwierige Lebenserfahrungen überhaupt integriert werden. Integration meint hier: was immer wir im Leben erfahren haben, ist weder zu widerrufen noch zu löschen. Man kann nicht loswerden, was Teil der eigenen Geschichte ist.  Auch wenn Narben bleiben ist Heilung möglich, was bedeutet sich lebendig und verbunden zu fühlen.

 

Veränderung braucht bestimmte Voraussetzungen, die aber gerade traumatisierten Menschen nicht zur Verfügung stehen. Bindung ist das Zauberwort, denn ich glaube wir brauchen einander und niemand kann allein heil werden. Ein authentischer Kontakt auf Augenhöhe zwischen dem begleitenden Therapeuten und dem Klienten ist das Fundament auf dem der Heilungsprozess geschehen kann. Erst die gefühlte (!) Sicherheit erlaubt es Ihnen, sich schrittweise wieder in Beziehung zu begeben und Ihrem Körper so weit zu vertrauen, dass Sie sich trotz beängstigender Erfahrungen wieder  in sich selbst beheimaten können. Ich unterstütze Sie dabei, Erregung und Emotionen in sich selbst regulieren zu können ohne in die Re-Traumatisierung zu gleiten. 

 

Echte Veränderung beginnt hier: wenn Sie in der Lage sind, sich in einem guten Spannungsfeld von Präsenz und Empfindungen bewegen zu können, können Sie sich herausfordernden Situationen besser anpassen. Es entsteht mehr Toleranz gegenüber Aufregung, Trauer und den Steinen, die manchmal im Weg liegen. Heute kann gelingen, was früher nicht möglich war:  aktiv im Leben stehen und in Freiheit so zu handeln, wie es zu Ihnen passt. Das Schöne daran: Sie werden niemand Anderes, niemand Fremder. Sie werden der Mensch, der Sie sind, und Sie werden sich immer mehr mögen. Kein Medikament kann diesen Zustand ersetzen.

 

Dr. Peter Levine, einer der anerkanntesten Traumaforscher unserer Zeit, hat in den letzten 40 Jahren Somatic Experiencing®  entwickelt.

 

Er promovierte in Biophysik und Psychologie. Bahnbrechend war seine Erkenntnis, dass es sich bei einem "Trauma" nicht nur um eine psychische, sondern um eine komplexe psycho-physiologische Reaktion handelt. Er hat sich als Gründer der Non-Profit-Organisation "Foundation of Human Enrichment" zum Ziel gesetzt, die Beziehung zwischen Trauma und dem scheinbar endlosen Kreislauf von Gewalt und Krieg zu unterbrechen.